Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
...

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 2.008 mal aufgerufen
 HUMOR, WITZE UND KARIKATUREN
Maha Offline



Beiträge: 335

08.07.2007 19:48
Deutsche im Orient antworten

Wenn Deutsche im Orient unterwegs sind, prahlen sie nicht mit ihrem Dichter- und Denkertum, mit ihrer Pünktlichkeit und ihrem Fleiß. Sie wollen bescheiden sein. Umso größer ist der Schrecken, wenn sie von fremdem Völkern hemmungslos auf die ewig gleichen Schlagworte reduziert werden: Mercedes, Klinsmann, Hakenkreuz. Da hilft nur eins: dagegenhalten. Es gibt auch andere Klischee-Teutonen...

1. Der Bildungsreisende - "Es heißt die fünf Bücher Mose, nicht Moses!"

In den Sechzigern hat er mit der Bibel unterm Arm das Heilige Land bereist. Heute ist der pensionierte Studienrat Gasthörer an der Universität und besucht Vorlesungen über alte Philosophen und Steine - die Ursprünge unserer Kultur. Nun hat es ihm Ägypten besonders angetan. Zwei Wochen Nilkreuzfahrt mit Vollpension, Tal der Könige, Luxor und Pyramiden.
Seine Reiselektüre: die Grammatik des Mittelägyptischen, der Baedeker Reiseführer "Ägypten" von 1978 und zurEntspannung Cerams Klassiker "Götter, Gräber und Gelehrte" in der Originalausgabe.
Unter der erbarmungslosen Sonne Ägyptens lauscht er dem Vortrag des Reiseführers und kaut dabei abwesend am Brillenbügel. Mit seinen profunden Kenntnissen hilft er ihm auch mal aus der Patsche.
Meist geht er aber seine eigenen Wege, rezitiert halblaut die zehn biblischen Plagen oder übersetzt einem netten Japaner eine Wandinschrift ins Denglische - mit lebenden Sprachen tat er sich schon immer etwas schwer. Furchtlos wagt er sich immer tiefer in das Labyrinth von Tempeln und Gräbern. Vielleicht macht er ja hier endlich einen bedeutenden archäologischen Fund.


2. Die Lebenshungrige - "Ahmed weiß, was Frauen wirklich wollen."

Ihr ganzes Leben musste sie immer nur funktionieren, war Mutter, Tochter, Gattin. Inzwischen hat sie das alles hinter sich. Die Kinder sind aus dem Haus, der Mann auf und davon. Jetzt darf sie endlich an ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse denken, darf einfach nur Frau sein.
Die Wintermonate verbringt sie wieder in Tunesien. Gerade hat sie es sich mit einem Glas Weinschorle auf einer Sonnenliege bequem gemacht und blickt versonnen in den magentafarbenen Himmel. Feine Goldschmiedekunst funkelt auf ihrem rosigen Dekolletee; die reifen Hüften umspielt ein feminines Blumentuch. Sie wartet. Ihr junger Geliebter ist Kellner in der Ferienoase auf gehobenem Niveau. Nach Feierabend treffen sie sich an ihrem geheimen Plätzchen und genießen die Stunden trauter Zweisamkeit. Dann lässt sie sich in seine starken Arme sinken, fühlt sich geborgen und verstanden. Geld spielt in ihrer Beziehung keine Rolle. Und eigentlich würde er sie auch nie darum bitten, wenn da nicht seine kranke Mutter wäre und sein kleiner Bruder, der dringend Schulbücher braucht. Sie versteht und verliert nicht viele Worte darüber

3. Die Rucksacktouristin - "Nur wer alleine reist, erlebt wirklich etwas."

Sie war schon überall. Aus Indien hat sie den Buddhismus mitgebracht, aus Afrika eine echte Maske aus Holz. Superbillig! Sie reist von Dorf zu Dorf, sucht das authentische Leben. Städte sind ihr zu westlich. Wer wenig zu essen hat und kaum Kleider braucht, ist am glücklichsten.
Das gilt auch für sie! Beim jüngsten Trip hat sie in acht Wochen nur 100 Euro ausgegeben. Von der Flugreise um die halbe Welt einmal abgesehen. Neulich durfte sie für den halben Preis auf dem Dach des Buschtaxis mitfahren - neben den dort festgezurrten Ziegen und Hühnern. Der einzige Nachteil: Als die Mitreisenden Essen herumgereicht haben, hat sie leider nichts abbekommen. Wasser ist Luxus, Waschen auch. Am letzten Tag ihrer Reise ist sie in der Stadt gratis beim Cousin einer ihrer zahllosen Reisebekanntschaften untergekommen - wie hieß er doch gleich? - und hat so lange geduscht, bis der Wassertank leer war.


4. Die Diplomatengattin - "Mein Mann sagt, die Politiker hier kümmern sich nicht..."

Sie ist der gute Geist der deutschen Gemeinschaft. Auf dem Weihnachtsbasar verkauft sie Plätzchen und Stollen. Das Geld kommt Waisenkindern zugute. Viel Zeit - und sie hat sehr viel Zeit - verbringt sie damit, das Haus einzurichten und der Köchin Anweisungen zu geben. Wenn das Personal im Nahen Osten nur nicht so unzuverlässig wäre. Das war in Bangkok viel besser. Der einzige Sohn besucht die deutsche Schule.
Sie ist ein Konversationstalent. Bei den Empfängen beginnen ihre Sätze meist mit den Worten: "Mein Mann sagt ..." oder "In Bangkok konnte man wenigstens ..." Einmal im Jahr laden sie und ihr Mann deutsche Studenten ein und hören deren wilde Geschichten an. "Interessant", sagt sie dann nickend, wobei ihre frisch gefärbten Haare kaum merklich wippen, "möchten Sie noch ein paar Knödel?"

5. Der Sprachstudent - "Irgendwie vergeht die Zeit hier schneller als zu Hause. Ich habe kaum Zeit zum Lernen."

Egal welches Restaurant er betritt, man kennt ihn schon. "Kifak, Habibi!", begrüßt er lautstark den Kellner. "Wie geht's dir, was macht die Familie?" Die herzliche Oberflächlichkeit beherrscht er perfekt. Dann erschöpft sich leider sein Arabisch. Und drei Tische weiter entdeckt er auch schon seine Verabredung, die seit einer geschlagenen Stunde auf ihn wartet. Unterwegs hat er leider noch wen getroffen. Das dauert aber auch alles hier!
Atemlos setzt er sich und bestellt: Türkischen Kaffee ungesüßt und eine Wasserpfeife mit Melonentabak. Den Sprachkurs hat er nach wenigen Wochen geschmissen. Sprachen lernt man so oder so am besten auf der Straße. In Kaffeehäusern und Bars verbringt er die Tage mit hochpolitischen Gesprächen. Die meisten seiner vielen Freunde sind Studenten aus Europa oder den USA. Immerhin: Sein Englisch ist schon viel besser geworden.


6. Der Reporter - "Korruption ist die Pest. Ohne Bakschisch kommt man hier nicht weiter."

Sein Ort ist die Hotelbar. Hier laufen alle Strippen zusammen. Vor ihm liegen drei Handys, eine zerknautschte Schachtel Zigaretten, ein in Leder gebundenes Notizbuch. Einer seiner Kontaktmänner vor Ort eilt herbei und berichtet wieder von einem Schusswechsel in einem der Armenviertel der Stadt. Er selbst verlässt selten das Hotel. Der Besuch der schmuddeligen Bar um die Ecke ist schon investigative Recherche. Beim Trinkgeld ist er großzügig, wenn ihm der Barkeeper ein paar Informationen steckt. Spesen!
Zurück im Hotel zündet er sich eine Zigarette an, nippt am Whiskyglas und beginnt an seinem Bericht zu schreiben. Schließlich streift er sich die schusssichere Weste über, beigefarben mit vielen Täschchen. Zehn Minuten noch bis zur Live-Schalte. Ein Blick in den Spiegel: Sitzt die Frisur? Er probt die sorgenvolle Miene. Dann steigt er aufs Hoteldach - immer die Treppe nehmen, das verstärkt den gehetzten Eindruck - und setzt seinen Bericht ab: "Der Orient gleicht einem Pulverfass. Die Situation ist ruhig, aber angespannt."


7. Die gefühlte Araberin - "Doch bald komme ich nach Hause zurück, Habibi!"

Neulich, das muss sie jetzt einfach mal erzählen, da hat sie sich lange mit dem Taxifahrer unterhalten. Auf Arabisch natürlich. Darüber, dass seine dritte Tochter krank ist und über das Leid der Palästinenser. Und am Ende wollte er doch, dass sie den Touristentarif zahlt. Unglaublich! Sie fühlt sich als Teil der Einheimischen, alles Deutsche hat sie längst abgelegt. Sie nennt sich inzwischen Fatmeh, hüllt sich in wallende Gewänder in Orange, Lila und Türkis, mit kleinen aufgenähten Spiegeln.
Ihre Haut färbt sie mit Henna. Wenn sie in Cafés hört, wie andere Deutsch sprechen, ruft sie augenrollend den Kellner und entschuldigt sich bei ihm. Und kommt einer ihrer arabischen Freunde eine Stunde später als verabredet zum Treffpunkt, sagt sie, dass sie auch gerade erst eingetroffen sei, obwohl sie schon fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit da war. Vor ihrem Rückflug hat sie ein Bekannter gefragt, wo sie denn hinfliegt. Hüstelnd antwortete sie: "Nach äh, ähm Almanya, da, hmmm, arbeite ich", um dann selbstbewusst hinzuzufügen: "Doch bald komme ich nach Hause zurück, Habibi!"

Bavarois Offline




Beiträge: 804

08.07.2007 20:51
#2 RE: Deutsche im Orient antworten

Hallo Maha,

Was wird Teutonengrill genannt? Was ist Furor Teutonicus?

____________________________________________________

Maha Offline



Beiträge: 335

08.07.2007 20:52
#3 RE: Deutsche im Orient antworten

Teutonengrill? Mallorca, oder nicht? Und ich hatte leider kein Latein in der Schule...

Bavarois Offline




Beiträge: 804

08.07.2007 21:24
#4 RE: Deutsche im Orient antworten

Mallorca oder Strand von Remini
Furor Teutonicus bedeutet teutonische Raserei (Geschichte). Der Ausdruck wird dem römischen Dichter Lucan zugerechnet.

Hier ein Witz über Deutschen!


Ein Norddeutscher Urlauber geht in Tirol spazieren und trifft auf einen alten Tiroler Bergbauern beim mähen seiner Wiese. Der Deutsche sagt zum Tiroler "Na n´herrlicher Tach heute nich?"
darauf der Tiroler "Ja ja".
Deutscher "Viele schöne Berge haben sie hier."
Tiroler "Ja ja".
Deutscher "Wunderbare Luft!"
Tiroler "Ja Ja".
Deutscher "Aber viele dumme Leute gibt es hier."
darauf der Tiroler "Ja Ja, aber die fahren nach den Ferien alle wieder heim."

____________________________________________________

waharania Offline




Beiträge: 672

08.07.2007 21:32
#5 RE: Deutsche im Orient antworten

hier noch ein witz, mit beteiligung von norddeutschen:

sitzen drei norddeutsche auf'm deich auf einer bank. kommt ein tourist vorbei. der sagt, guten tag, können sie mir sagen, wie spät es ist?
die drei gucken sich an und sagen nix. der tourist versucht es nochmal, indem er auf englisch, französisch und spanisch fragt. die drei antworten nicht. entnervt gibt er auf und geht weiter.
sagt der eine norddeutsche, mensch der konnte vier sprachen. toll, sagt der zweit. na und, sagt der dritte, was hat es ihm genützt?

lg

grit

Bavarois Offline




Beiträge: 804

08.07.2007 21:52
#6 Algerier in Deutschland - Anekdote antworten

Das ist eine Anekdote, die meinem Vater - Allah irahmu - geschehen ist.

Er war bei mir zu Besuch. Eines Tages ging er in einen Park. Er saß auf einer Bank. Da kam eine deutsche Dame. Mein Vater war hellhäutig und blauäugig wohlgemerkt. Sie saß zu ihm und erzählte und erzählte ununterbrochen. Mein Vater sagte sich: "Um Gottes Willen, wie werde ich nun antworten? Ich verstehe Bahnhof!" Er guckte sie nur an. Nach langer Zeit kam er endlich auf eine Idee, um die Dame loszuwerden: Mit Gestik gab er ihr zu verstehen, dass er taubstumm ist, daher konnte er nicht mir ihr diskutieren. So stand die Dame und ging weg. Uff! gerettet"

Als er uns sein Abenteuer erzählte, haben wir uns tot gelacht!!


____________________________________________________

waharania Offline




Beiträge: 672

08.07.2007 22:31
#7 RE: Algerier in Deutschland - Anekdote antworten

...na da hat er sich doch gut aus der affäre gezogen.

«« Karikaturen
 Sprung  
Surfmusik Live Radio Kostenloses Forum Hosting
gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB

Algier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor