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Bavarois Offline




Beiträge: 804

14.02.2011 09:37
Algerien: Opposition begehrt gegen Generäle auf antworten


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Bei uns steht jeden Tag die Revolution auf dem Programm", meinte - halb ironisch - einer der Tausenden Studenten, die am Freitag das algerische Unterrichtsministerium aus Protest gegen neue Aufnahmebestimmungen im Forschungsbetrieb belagerten. Am Vorabend der für Samstag angesetzten Großdemonstration der "Koordination für einen demokratischen Wandel" brodelt es in verschiedensten Bereichen - wie üblich könnte man sagen.

Tatsächlich befindet sich Algerien in einer sozialen Dauerspannung, und das nicht erst seit dem Umsturz im benachbarten Tunesien. Allein im Vorjahr wurden von algerischen Zeitungen (die über eine gewisse Freiheit verfügen) annähernd 10.000 lokale Unruhen registriert. Mal ist es die Vetternwirtschaft bei der Vergabe von Jobs, dann wieder ein Gerücht über einen Fußballschiedsrichter, der von einem Staatspotentaten bestochen worden sei, die in Zusammenstöße zwischen Bevölkerung und Polizei münden.

Gleichzeitig lösen einander Massenstreiks von verschiedenen Berufsgruppen ab, zurzeit ist das Spitalspersonal im Ausstand.

Seit den Ereignissen in Tunesien ist freilich eine besonders erschütternde Note dazugekommen: die Selbstverbrennungen von Arbeitslosen. Erst am vergangenen Sonntag zündete sich, bei einer Demonstration vor dem Arbeitsministerium, ein entlassener Straßenkehrer an. Der Mann konnte gerade noch von Demonstranten gerettet werden. Insgesamt wurden seit zwei Monaten 30 Selbstverbrennungsversuche publik, in vier Fällen mit tödlichem Ausgang.

Beharrendes Militär

Die Uunter 30-Jährigen stellen 70 Prozent der Bevölkerung, davon ist ein Drittel ohne Job. Die Hoffnungslosigkeit dieser Jugend ist auch in Algerien die Hauptgefahr für das halbautoritäre und schwer korrupte Regime.

Offiziell herrscht der 73-jährige Präsident und jetzt schwerkranke Abdelaziz Bouteflika auf Lebenszeit. In Wirklichkeit wird der Staat von einem Geheimbund aus hohen Militärs geführt. Gemeinsam mit Neureichen, von denen einige aus den Reihen der Islamisten kommen, haben diese Militärs eine Kaste gebildet, die einen beträchtlichen Teil des Gewinns aus dem Öl- und Gasreichtum des Landes abschöpft.

Da liegt auch eines der Hindernisse für den Wandel: Im Gegensatz zu Tunesien, wo die Armee den Sturz von Ben Ali ermöglichte, ist in Algerien ein blutiges Beharren der Militärs zu befürchten. Die Opposition verfügt zwar über zwei vergleichsweise bedeutende Parteien, diese konnten sich bisher aber fast nur auf die Berber-sprachige Minderheit der Kabylen stützen. Vor allem aber hat der Bürgerkrieg zwischen Militärs und Islamisten in den 1990er-Jahren einen Teil der Bildungsschichten vertrieben und einen anderen Teil in eine Angststarre versetzt, aus der sich die junge Generation jetzt löst.

Kurier.at

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