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Dieses Thema hat 27 Antworten
und wurde 3.062 mal aufgerufen
 ISLAM IN DEUTSCHLAND
Seiten 1 | 2
waharania Offline




Beiträge: 672

10.08.2007 13:37
Ramadan 2007 antworten

...noch 33 Tage

Bavarois Offline




Beiträge: 804

10.08.2007 21:02
#2 RE: Ramadan 2007 antworten
ٍSalam Wahrania,

fängst Du schon zum Training (Aufwärmen) mit dem freiwilligen Fasten im Monat Scha3ban (montags & donnerstags) an?



Der Fastenmonat: (1. Ramadan 1428 n. H.): ca. 13. September 2007

Andere wichtige muslimische Ereignisse (Feste):

3id Al-Fitr, das Fastenbrechenfest: (1. Schawwal 1428 n.H.) ca. 13. Oktober 2007

3id Al-Adhha, Das Opferfest: (10 dhu Al Hiddscha 1428 n.H.) ca. 20. Dezember 2007

salam

waharania Offline




Beiträge: 672

10.08.2007 22:54
#3 RE: Ramadan 2007 antworten

...schon wieder was dazu gelernt.

und dann werd ich das mal tun.

lg

waharania Offline




Beiträge: 672

04.09.2007 10:43
#4 RE: Ramadan 2007 antworten

laut astrologischer messung ist der neumond 11. september.
muss da ramadan nicht auch am 11.9. anfangen?

Maha Offline



Beiträge: 335

04.09.2007 11:52
#5 RE: Ramadan 2007 antworten

Es ist ja ein bewegliches Datum und für jedes Land der Welt wird einzeln bestimmt, wann Ramadan konkret beginnt. Es kann also durchaus sein, dass es sich um 1 oder 2 Tage verschiebt und von Land zu Land unterschiedlich ist.

Lau kuntu qatratan, kunti al-matr,
lau kuntu nahran, kunti al-bahr,
laukuntu l-qamar, kunti asch-schams,
lau kuntu al-'alaam, kunti al-kaun.

Bavarois Offline




Beiträge: 804

08.09.2007 21:46
#6 RE: Ramadan 2007 antworten
Verzicht als Chance

Fasten ist ganz leicht

Viele Religionen kennen Fastenzeiten, Christen fasten traditionell vor Ostern, aber auch in der Adventszeit. Im islamischen Ramadan wird tagsüber gefastet. Im Judentum gibt es mehrere Zeiten des Fastens und in Asien spielt im Zusammenhang mit der Enthaltsamkeit auch Yoga eine Rolle. Doch obwohl religiöse Regeln von vielen Menschen nicht mehr so wichtig genommen werden, hat das Fasten nichts von seiner Faszination verloren.

Viele Ärzte verneinen zwar nach wie vor die heilende Wirkung des Verzichts, jüngste Studien belegen jedoch, dass rheumatische Gelenkerkrankungen durch das Fasten ebenso positiv beeinflusst werden wie Migräne, Neurodermitis oder andere Hauterkrankungen. Und viele Menschen fasten regelmäßig. Franz S. Moesl leitet seit über 10 Jahren Fasten- und Yogaseminare im In- und Ausland. Er findet das Fasten "optimal, um wieder in die eigene Mitte zu kommen." Und er ermutigt Menschen, das Fasten zu entdecken: "Du musst einfach den eigenen Bedürfnissen nachgehen, wenn du den Wunsch hast, zu fasten, dann ist die Zeit auch da."

n-tv.de: Viele Menschen fürchten sich davor, auf das Essen zu verzichten. Da kommen Ängste vor Hunger und Mangel auf, wie kann man beim Fasten damit umgehen, dass man ja tatsächlich für eine Zeit auf etwas verzichtet?

Das haben oft Leute, die zum ersten Mal fasten, aber wenn du erstmal im Fasten drin bist, bist du verwundert, wie leicht es ist. Weil der Körper sich am zweiten Tag umstellt, er nimmt nicht mehr, sondern er gibt ab und er lässt los.

Also sind das eher Ängste von Menschen ohne Fastenerfahrung?

Ja, denn sobald man die Erfahrung hat, ist man eher verwundert, wie leicht das geht.

Ist das Geheimnis des Fastens, das es so schwer scheint und dann leicht ist?

Fasten hat etwas mit Selbsterfahrung zu tun, dass du dich auf dein Innerstes einlässt und sobald man das tut, wird es leicht. Fasten und beten gehören zusammen so wie essen und arbeiten. Beten darf man dabei nicht so eng sehen, sondern mehr wie ein Nach-Innen-Gehen, um zu sehen, was einen beschäftigt oder auch belastet. Durch die innere Veränderung entsteht auch eine äußere, wenn innen wieder Ruhe einkehrt, dann wird der Körper gesund, Stress und Unruhe verschwinden.

Ergänzen sich hier Fasten und Yoga?

Durch das Fasten wird der Weg nach innen geöffnet und durch das Yoga finden wir wieder den Bezug zum Körper durch das Spüren und Wahrnehmen, über das Hören auch. So eine Fastenwoche ist ein ganzheitlicher Prozess, bei dem auf der einen Seite viel Ruhe auf der anderen viel Aktivität notwendig ist. Das ist für mich Wandern und Yoga. Die Teilnehmer haben nach einer Woche eine viel bessere Kondition und sind fitter, als vor dem Fasten.

Was passiert da im Körper? Obwohl ihm keine Energie über Nahrung zugeführt wird, kann der Organismus offenbar jede Menge Kraft mobilisieren?

Das hängt mit der körperlichen Umstellung zusammen, ab dem zweiten Fastentag stellt sich der Körper um, er gibt alle Stoffe ab, die ihn belasten, es findet eine körperliche Reinigung statt, hauptsächlich über die Leber, aber eigentlich im ganzen Körper. Im Grunde genommen sind wir überfüttert, die Hälfte aller Krankheiten entsteht durch die Ernährung, und Fasten ist wie Urlaub für alle Verdauungsorgane. Im Normalfall geht viel unserer Energie in die Verdauungsarbeit, und diese Energie wird jetzt frei. Man sieht das ja daran, dass du, wenn du viel isst, eher träge und müde wirst. Und beim Fasten wird man eher wacher und gedanklich frei.
Sie geben seit 15 Jahren Fastenkurse, etwa 18 Kurse im Jahr, das sind viele Menschen, die Sie beim Fasten begleitet haben. Wer kommt denn in Ihre Kurse?

Also es kommen Frauen und Männer, im Alter zwischen 18 und 80, Dicke und Dünne. In erster Linie Menschen, die eine Veränderung in ihrem Leben suchen. Menschen, die körperliche und manchmal auch seelische Leiden haben. Und sie kommen in der Regel auch immer wieder.

Wer einmal in Ihrem Kurs gefastet hat, macht es immer wieder?

Ich denke, weil das Fasten und das Yoga ihr Leben bereichert hat, weil sie besser erkennen können, was ihnen gut tut und wichtig ist, und weil das Fasten ihnen hilft, selbstbestimmter zu leben. Viele sagen, so eine Fastenwoche ist wie drei Wochen Urlaub für sie. Und dann merken die Leute auch, dass es ihnen körperlich besser geht.
Inwiefern?

Letztes Jahr war eine Frau bei mir im Kurs, die hatte große Schmerzen überall im Körper. Und sie hat sich sehr gequält beim Yoga und auch beim Wandern, vier Monate später war sie wieder in einem Kurs, und sie hat gestrahlt und erzählt, wie alles viel besser geworden ist. Dass sie viele Gewohnheiten verändert hat, hauptsächlich Ernährungsgewohnheiten, drei Monate später war sie wieder im Kurs, sie hat Übergewicht verloren, sie hat auch Milchprodukte weggelassen. Sie hatte sich davor eigentlich schon damit abgefunden, Schmerzen zu haben, und beim Fasten hat sie gelernt oder die Kraft gefunden zu lernen, dass man das Leben jederzeit ändern kann. Es ist halt nur die Kraft notwendig, Lebensmuster zu verändern.
Das ist für viele Menschen sicher viel schwerer, als eine Woche nicht zu essen.

Mein Kurskonzept ist aber nicht, dass ich sage, welches Leben oder welche Ernährungsform gut ist. Es ist mehr eine Schulung von Intuition und innerer Wahrnehmung. Wenn im Körper zum Beispiel Eiweiß fehlt, bekommt man eigentlich Appetit auf eiweißreiche Nahrung, so ist das bei Kindern jedenfalls. Lass dich nicht vom Kopf reglementieren, sondern iss, wenn du Hunger hast und trink, wenn du durstig bist. Kein Tier frisst, bis es zum Arzt muss, aber der seelisch leidende Mensch macht das. Und aus diesem Muster kommst du beim Fasten raus. Das machen das Fasten und das Yoga einfach.

Haben Sie schon jemals erlebt, dass jemand nicht fasten konnte?

Also derjenige, der den Wunsch hat, der wird fasten können, überreden kann man niemand, wenn man eigentlich keine Lust hat, dann wird man keinen Erfolg haben.
Wie oft im Jahr fasten Sie denn selbst?

In der Regel drei Mal, zwei Mal 14 Tage und einmal eine Woche, so habe ich das in den letzten Jahren gemacht, ich weiß gar nicht, ob das so bleiben wird.

Und wenn Sie sich etwas wünschen könnten?

Dann hätte ich gern, dass mehr Männer in die Fastenkurse kommen, nicht nur in meine, aber auch in meine. Die Gruppen werden dann harmonischer, aber Männer finden oft über das Fasten auch wieder mehr von ihrer eigenen Kraft, ihrem Selbstbewusstsein, und das finde ich auch als Mann schön, das zu beobachten. In vielen Naturreligionen gibt es Riten für Männer oder für heranwachsende Jungen, und die sind auch oft mit Fasten verbunden. Und etwas von der Kraft, die in diesen Riten steckt, kann man gut spüren, wenn Männer fasten.

N-TV

Dienstag, 4. September 2007
waharania Offline




Beiträge: 672

09.09.2007 18:12
#7 RE: Ramadan 2007 antworten

...also ich finde, man kann dieses fasten mit dem ramadan nicht direkt vergleichen. in diesen fastenkursen isst man ja die ganze zeit fast nichts und nimmt meistens am anfang noch abführmittel zu sich.
im ramadan ist der tisch ja dann abends doch reichlich gedeckt.
ich denke, früher war die herausforderung, bei den extremen temperaturen verzicht zu üben. hierzulande besteht wohl die anstrengung darin, sich gegen die jederzeit verfügbare nahrung zu behaupten.

ich bin ja nicht gerade ein hungerhaken - diäten oder auch nur fdh krieg ich nicht hin. alhamdullah im ramadan habe ich damit überhaupt kein problem.

lg

grit

Bavarois Offline




Beiträge: 804

09.09.2007 20:03
#8 RE: Ramadan 2007 antworten


Salam Wahrania,

in dieser Interview wird ausdrücklich nachgewiesen, dass Fasten gesund ist. Das ist die Bestätigung für Menschen, die das Gegenteil behaupten. Das war auch mein Ziel mit diesem Beitrag.

Was-salam




waharania Offline




Beiträge: 672

09.09.2007 20:10
#9 RE: Ramadan 2007 antworten

salam bavarois,

ich sage ja nicht, dass fasten ungesund ist. deshalb heißt dieses fasten in dem bericht ja auch heilfasten.
das fasten im ramadan hat für mich aber viel mehr den psychischen als den physischen charakter.
und mal ehrlich - viele prassen doch nach sonnenuntergang richtig. das ist ganz gewiss ungesund.

lg

grit

Bavarois Offline




Beiträge: 804

10.09.2007 00:51
#10 RE: Ramadan 2007 antworten


Ramadan


Am Ende sind alle dicker

Von Sarah Wiener und Alf Burchardt

Mitte September beginnt der Ramadan. Im muslimischen Fastenmonat dreht sich alles ums Essen - aber erst nach Sonnenuntergang. Sarah Wiener hat in Marokko mitgelitten.

Steinmetze klopfen Fliesen zu Mosaiksteinchen, ein Messerschleifer treibt sein Rad mit dem nackten Fuß an. Überall in den Gassen der Medina, der Altstadt von Marrakesch, hocken Männer in schattigen Nischen und gehen ihrem Handwerk nach. So hat die kleine Sarah sich den Orient vorgestellt! In einer der Höhlen leuchtet es magentarot: Ein Färber wuchtet einen Wollballen aus einem Kupferbottich. Bei einem Töpfer kaufe ich eine Tajine, ein Schmorgefäß aus Ton, für 30 Dirham, das sind rund zweieinhalb Euro - unglaublich: Eine industriell gefertigte Tajine kostet ein Vielfaches!

Eine gute Investition, denn eine Tajine - so heißt das Gefäß, so heißt auch das Gericht - kommt oft auf den Tisch. Wer sich das teure Fleisch leisten kann, schmort gern und viel: Lamm, Rind, Huhn. Mit Pflaumen, mit Dörrobst oder mit nichts. Und mit den ewig gleichen Gewürzen. Es ist schon merkwürdig, da gibt es in diesem Land Unmengen verschiedener Gewürze - und alle frisch - , aber ans Essen kommen immer dieselben: Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, falscher Safran, milder Paprika. Dazu Zwiebeln und manchmal Zimt. Ich dachte, die nehmen mal was anderes - Irrtum. Was die Marokkaner sonst noch an Gewürzen haben, mischen sie in Salben oder Badezusätze.

"Unter den Füßen der Mütter liegt das Paradies"
Drei Wochen bin ich bei einer Familie zu Gast - Mutter, drei Töchter plus Onkel - in einem Riad, einem zweistöckigen Altstadthaus. Frauen und Mann haben getrennte Räume; nur im Hof treffen sie sich. Fatma, die 60-jährige, zahnlose Mutter, will mir gleich Arabisch beibringen, mit Gebeten. Ich freunde mich mit ihrer Tochter Malika an. Sie ist 28 Jahre alt, gut drauf; ich wäre es nicht, wenn ich bald in die USA ziehen und einen Mann heiraten müsste, den ich nicht kenne. Aber die Schwestern haben ihr ins Gewissen geredet, sie mache die Mutter glücklich, denn hier heißt es: "Unter den Füßen der Mütter liegt das Paradies" - da gelangst du nur hin, wenn du deine Mutter umsorgst und froh stimmst.

Es ist eine besondere Zeit, die ich in Marrakesch verbringe: Ramadan, das heißt "Sommerhitze" und ist der Fastenmonat im Islam. Jeder Muslim versucht dann, ein besonders frommes Leben zu führen. Frühmorgens, vor Sonnenaufgang, beginnt der Muezzin auf der Moschee zu rufen, erst leise, dann immer lauter, alles beeilt sich mit dem Frühstück. Wenn er fertig ist, darf man bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken, nicht rauchen und bloß keine unzüchtigen Handlungen begehen. Mehr Männer als sonst hüllen sich in Kaftane, mehr Frauen verschleiern ihr Haar. Zwei Tage lang habe auch ich versucht, tagsüber nichts zu mir zu nehmen, dann aber festgestellt, dass es mir gar nicht bekommt. Es ist einfach nicht gesund, bei Hitze so lange aufs Trinken zu verzichten. Malika hat es mit Fassung und Disziplin ertragen, aber in der Stadt konnte ich sehen, wie den Menschen im Laufe des Tages die Beherrschung immer schwerer fiel.

Mit Honig überzogenes Gebäck zum Ei? Nur zu!
Da wird es auf der Straße schon mal lauter, es kommt zu Schreiereien und Rangeleien. 36 Grad Hitze und gewaltiger Durst, bei Rauchern noch der Nikotinentzug - da liegen schnell die Nerven blank. Sobald am Abend der Muezzin wieder ruft, eilen alle nach Hause. Das Iftar, das Mahl zum Fastenbrechen, findet meist im Familienkreis statt. Auf dem Tisch stehen dann Datteln, gekochte Eier, süße Teilchen, manchmal Fischbuletten, selten Fleisch. Nachdem jeder ein paar Datteln gegessen hat - ihr Zucker sorgt für eine schnelle Energiezufuhr - kommt die Harira auf den Tisch, die berühmte Fastenbrechsuppe. Sie schmeckt im Mund nach fast nichts, ganz hinten vielleicht etwas nach Tomate - kein Wunder, Mehl, Wasser und Tomate sind die Basis. Ansonsten kommt rein, was da ist: Linsen, Kichererbsen, Nudeln, noch ein paar Kräuter. Diese Suppe gibt es immer und überall, ein Meisterwerk ist sie nie. Anschließend wird munter durcheinandergegessen, mal süß, mal salzig. Mit Honig überzogenes Gebäck zum Ei? Nur zu!

Die Küche in einem Riad ist verdammt klein, allenfalls drei Quadratmeter. Drinnen stehen ein Herd, eine Spüle und eine Kommode mit Geschirr. Ich frage mich, wie die Frauen all die Mengen zustande bringen, die auf den Tisch kommen, stelle aber schnell fest, dass sie einfach den Boden und den Innenhof als Verlängerung der Arbeitsfläche nehmen. Auch dort bereiten sie zu, stellen Lebensmittel ab und schmutziges Geschirr. Und ist der Herd besetzt, tut es auch ein Stövchen. So wie die Männer bei ihrem Handwerk fast ohne Werkzeug auskommen, machen die Frauen in der Küche alles mit der Hand. Wer es sich leisten kann oder wer Gäste eingeladen hat, versammelt sich eine Stunde nach dem Iftar erneut und setzt die Mahlzeit fort. Da kommt das ganze Programm noch mal auf den Tisch, erweitert mit Tajine vielleicht und Salaten. Dazu gibt es frisch gepressten Orangensaft, Avocadomilch und so um 23 Uhr, als Zeichen des Aufbruchs, Tee.

Die Frauen falten allerfeinste Kekse
Einmal bin ich auf einem Fest zu Gast bei einer Frau namens Sakina, sie ist die ehemalige Direktorin des Museums von Marrakesch. Bei ihr steht als Besonderheit gefüllte Milz auf dem Speiseplan. Eigentlich nichts für mich, ich bin beim Essen eher konservativ. Die Milz stopfen wir mit Hackfleisch, Nüssen, Zwiebeln und Gewürzen, bis sie schön prall ist und aussieht wie eine dicke Wurst. Sie schmort stundenlang im Backofen, dann holen die Küchenhilfen die Milz wieder heraus, mit bloßen Händen. Das Ergebnis: Wunderbar würzig - ein kulinarisches Highlight! Anschließend gibt es, wie überall, die unvermeidlichen Kekse. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Sorten, zum Ramadan ist die Auswahl besonders vielfältig. Dafür sitzen bei Malika zu Hause die Frauen auf dem Hof stundenlang im Kreis und falten allerfeinste Kekse in Form von Röschen oder Pantöffelchen. Ihr Geschick fasziniert mich, aber für meinen Geschmack sind die Kekse alle viel zu süß; zu all dem Zucker und Honig triefen sie auch noch vor Rosen- oder Orangenblütenwasser.

Die Marokkaner lieben es einfach süß, süß, süß. Überall muss Zucker rein. In die Pastilla, eine Art Schichttorte aus Eiern, Geflügel und gerösteter Mandelcreme, in das Baguette und in jedes andere helle Brot, fast kiloweise in das Wasser, mit dem die Pflaumen für die Tajine gekocht werden, an die Rosinen, die über das Couscous kommen, an die Zwiebelmousse. Selbst der Pfefferminztee ist so süß, dass ich nicht mehr als ein Glas runterkriege. Das Ergebnis dieser Esskultur lässt sich im Hamam, im Dampfbad, bewundern. Das magerste Modell bin mit Abstand ich, obwohl ich schon zwei üppige Wochen Ramadan hinter mir habe. Auch viele Marokkaner nehmen zu in ihrem "Fastenmonat": Sie stopfen bei Dunkelheit große Mengen mit vielen Kalorien in sich hinein und vermeiden tagsüber wegen der Hitze jede unnötige Bewegung. Ich kann verstehen, warum die Frauen keinem Schlankheitsideal hinterherhungern: Wer in einem Riad eingesperrt ist, kaum am öffentlichen Leben teilnehmen darf, wird zur Superköchin und braucht als Seelenaufheller viel Fett und Zucker. Und wenn du dann irgendwann zwangsverheiratet wirst, nur noch Dschellabas trägst, musst du auch keine Diät machen.

Feiern wie in 1001 Nacht
Eines Abends lädt Malika zu einer Party, selbstverständlich nur Frauen. Das ist ein bisschen wie 1001 Nacht. Es geht eineinhalb Stunden nach dem Iftar los. Eine Freundin beginnt zu singen, die anderen stimmen ein. Sie werfen CDs ein, im Fernsehen läuft eine Bauchtanzshow, alle Mädels springen auf und tanzen mit. Sie lachen sich halb tot, es herrscht eine Riesenstimmung. Dann wird Karten gespielt, werden Geschichten erzählt bis zur zweiten Mahlzeit. Als der letzte Bissen gegessen ist, gegen 23.30 Uhr, ist die Party schlagartig vorbei, Gäste und Gastgeberinnen verabschieden sich mit einem spontanen Wechselgesang, total kitschig, total schön. Dann ist es mitten in der Nacht, und du weißt, dass du bis halb vier für die ganze Familie das Frühstück fertig haben musst. Ich schlafe kurz und helfe dann Malika, die gar kein Auge zumacht. Wir stehen hundemüde in der Küche und machen Miltur, luftige Pfannkuchen aus Wasser und Grieß mit Tausenden von Löchern. Die beschmiert man, je nachdem, was man sich leisten kann, mit Arganöl oder Honig und streut Nüsse drüber.

Man weiß ja nie, wie lange ein Ramadan dauert, ob 29 oder 30 Tage. Einige Männer gucken in den Himmel, um zu sehen, wann der Mond wieder zur Sichel wird. Andere sitzen vorm Fernseher: Ist der Ramadan morgen oder übermorgen vorbei? Für Frauen kann es noch weitergehen; wenn sie ihre Tage haben, müssen sie mit dem Fasten aussetzen und die Fehlzeit hinten dranhängen. Am letzten Tag treffen sich alle Menschen auf den Plätzen von Marrakesch, beten kurz und wünschen sich Glück. Wenn man sie fragt, ob sie froh sind, dass alles vorbei ist, antworten sie: "Nein, wir sind stolz, unserem Gott dienen zu dürfen!"




waharania Offline




Beiträge: 672

10.09.2007 07:47
#11 RE: Ramadan 2007 antworten

...eine typisch deutsche sichtweise auf die dinge.
jeder der das liest und keinen bezug dazu hat, bekommt einen schlechten eindruck.
ich finde den bericht nicht schön.
für die gastfreundschaft werden die leute hinterher noch schlecht gemacht und dargestellt, als ob sie nicht alle tassen im schrank hätten.

pfui!!!

lg

grit

waharania Offline




Beiträge: 672

10.09.2007 22:40
#12 RE: Ramadan 2007 antworten

...neumond 11.09.07 14.45
also 1. ramadan am 12.09.07 ???

Bavarois Offline




Beiträge: 804

10.09.2007 23:36
#13 RE: Ramadan 2007 antworten


Hast Du eine Sternwarte bei Dir zu Hause? Na dann warten wir auf eine Nachricht von Dir !




waharania Offline




Beiträge: 672

11.09.2007 07:48
#14 RE: Ramadan 2007 antworten

nö, hab bloß internet

mimma Offline



Beiträge: 45

11.09.2007 17:32
#15 RE: Ramadan 2007 antworten

Also ich habe gehört Ramadan fängt am Donnerstag an. Obwohl unser Zeitenplan für das Essen und das Gebet schon morgen anfängt! Was stimmt den nun? Mein Mann sagt, wir müssen heute Abend abwarten! Aber was abwarten! Neumond ist doch heute schon! Kann mir das einer mal erklären?!

Lg Mimma

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